Verantwortung für die Herdenimmunität haben die Erwachsenen, nicht die Kinder

Veröffentlicht am 04.08.2021 in Pressemitteilungen

Berlin / Ulm, 04.08.2021 – Die Gesundheitsministerkonferenz hat Impfangebote für alle 12 bis 18-Jährigen beschlossen, auch wenn die STIKO keine generelle Impfempfehlung für diese Altersgruppe ausgibt. Die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis, Mitglied im Gesundheitsausschuss und im Parlamentarischen Begleitgremium zur Covid-Pandemie empfiehlt sich bei der Impfkampagne stärker auf die Erwachsenen zu konzentrieren.

 

„Ich halte es für falsch, den Fokus der Debatte beim Impfen auf die Unter 18jährigen zu legen“, erklärte Mattheis. „Die politischen Verantwortungsträger haben immer betont, dass wir uns an die wissenschaftlichen Empfehlungen halten, das sollten wir auch jetzt beibehalten. Ich kann nicht nachvollziehen, warum die GMK die Empfehlung der STIKO für die Altersgruppe U18 nicht abgewartet hat. Diese soll laut STIKO-Vorsitzenden Prof. Thomas Mertens in wenigen Tagen auf Basis von fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen erfolgen. Eine freiwillige Impfung für Kinder und Jugendliche mit Einwilligung der Eltern beim Hausarzt oder in Impfzentren ist schon heute möglich.“

„Die Verantwortung für Erreichung einer Herdenimmunität liegt dagegen klar bei den Erwachsenen.“, führte Mattheis weiter aus. „Eine aktuelle Befragung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zeigt auf, dass es bei sich ungeimpften Erwachsenen keineswegs überwiegend um Impfgegner handelt, sondern dass es gerade unter den Menschen mit niedrigem Haushaltseinkommen sehr viele Impfwillige gibt, die aber bisher kein Impfangebot erhalten haben. Das spricht dafür, dass bestehende Hürden weiter abgebaut werden müssen.“, forderte Mattheis. „Ob auf den Marktplätzen, beim Supermarkt, vor Bars, Konzerten, Kinos und mit Einbeziehung von Nachbarschaftstreffs, Sportvereinen etc.: Die Menschen müssen sehr niedrigschwellig erreicht werden, gerne auch mit einer Bratwurst, einem Gutschein oder ähnliches als Belohnung fürs Impfen.“

„Ich wünsche mir mehr Anstrengungen von Bund und Ländern, denn derzeit sind nur 80% der über 65 Jährigen und 53% der 18 bis 59jährigen bundesweit vollständig geimpft. In beiden Altersgruppen ist noch Luft nach oben. Regional gibt es deutliche Unterschiede. Bremen ist Spitzenreiter mit fast 90% vollständig Geimpfte über 65 Jahren. Das muss der Standard werden und daran müssten sich die anderen Bundesländer orientieren, denn diese Altersgruppe ist weiterhin stärker gefährdet. Unsere Anstrengungen müssen also vielmehr dahin gehen, diese fehlenden zehn Prozent der Ü65 zu erreichen. Gleiches gilt für die große Altersgruppe der 18 bis 65 Jährigen. Auch hier gibt es regional enorme Unterschiede, Bremen führt auch hier mit einer Impfquote von immerhin 62% gegenüber dem Schlusslicht Sachsen mit nur 47% vollständig Geimpfte. Die Verbesserung dieser Zahlen muss Priorität haben. Jede Impfung bringt uns einen Schritt weiter aus dieser Pandemie heraus.“ 

 

Homepage Hilde Mattheis MdB

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