Sigmar Gabriel in Ulm

Veröffentlicht am 08.05.2013 in Kreisverband

Pressemitteilung der Südwestpresse Ulm

Als der amtierende Parteichef Sigmar Gabriel in die SPD eintrat, herrschte in Spanien noch Diktatur. Er sammelte Spenden, um den Kampf gegen Franco zu unterstützen. Andere sind in die SPD eingetreten wegen Willy Brandt, wegen der Friedenspolitik oder wegen der bewegten Parteigeschichte, die am 23. Mai 1863 begann - vor 150 Jahren also, was die SPD zur ältesten Partei ganz Europas macht.
Die große Feier dazu findet in Leipzig statt, doch schon gestern versammelten sich die Genossen aus der Region, um schon mal vorzufeiern. "Die Sozialdemokratie darf sich selber feiern", ermunterte der Bundesvorsitzende die etwa 150 Anwesenden bei seinem Besuch in Ulm und gab in seiner Rede einen kurzen Überblick über die Geschichte seiner Partei.
Er begann mit Ferdinand Lassalle, der 1863 den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein gründete, erinnerte an die von Sozialdemokraten bis zuletzt verteidigte Weimarer Republik, an die große Rede von Otto Wels, der den Hitler-Schergen zurief, "Die Freiheit und das Leben könnt ihr uns nehmen, die Ehre aber nicht", und natürlich an die Friedenspolitik Willy Brandts, der sich noch in den 60er und 70er Jahren als Vaterlandsverräter habe beschimpfen lassen müssen.
"In der SPD haben kleine Leute Großes geleistet", sagte er unter Beifall und beschwor seine Parteifreunde, wie wichtig es sei, eine innere Haltung zu haben, ein Gefühl dafür, was richtig und was falsch sei. Vieles von dem, für was die Altvorderen eingestanden seien, gelte heute noch. Es sei die Freiheit zu einem selbstbestimmten Leben und eben zu der Grundhaltung, "das Leben und das Land besser machen zu wollen". Bedingungen zu schaffen, dass Lebensplanungen gelingen können, sieht er als die Aufgabe der SPD auch im heraufziehenden Wahlkampf an, den Gabriel aber nur am Rande streifte.
Zuvor hatte Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis an Kurt Schumacher erinnert, den SPD-Vorsitzenden und Vorgänger Gabriels zu Zeiten des Dritten Reiches, der im KZ auf dem Oberen Kuhberg inhaftiert war. Solche Biografien ermahnten die SPD, in ihrem Bemühen um die soziale Gerechtigkeit nicht nachzulassen. Mit ihrem Wahlprogramm wolle die Partei vieles von dem wieder gerade rücken, was in den letzten Jahren in Schieflage geraten sei. Schließlich sei die SPD eine Charaktersache, wie ein langjähriges Mitglied beim abschließenden Polit-Talk mit Gabriel sagte.

 

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